| HD-Projekt |
BVWS e.V. |
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Ein neues Verfahren könnte die Bekämpfung von Hüftgelenksdysplasie (HD) stark verbessern. Es beruht auf einem genetischen Test, der Voraussagen zur Vererblichkeit eines Hundes zulassen. Das Verfahren wurde von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover in Zusammenarbeit mit dem SV entwickelt. Der Test könnte eine bessere Selektion von Zuchttieren ermöglichen und die Bekämpfung der HD verbessern. Beim Weißen Schweizer Schäferhund ist die Chance sehr groß, dass der Test einfach angepasst werden kann.
Die HD stellt bei vielen Hunderassen ein Problem dar. Sie kann den Hund beeinträchtigen und im schlimmsten Fall die Einschläferung erfordern. Kein Wunder, wenn die seriösen Vereine seit langer Zeit versuchen, diesem Problem züchterisch entgegen zu wirken. Die HD war eine der ersten Krankheiten, für die Untersuchungen und Zuchtprogramme eingeführt wurden. Obwohl sie schon sehr lange in der Zucht beachtet wird, gab es aber nur Teilerfolge. Sie wurde zwar stark zurückgedrängt. Aber eine bestimmte Schwelle kann selten unterschritten werden. Noch immer beruht die Selektion zum großen Teil auf der Röntgenuntersuchung von Zuchthunden und Nachkommen. Die Praxis hat allerdings gezeigt, dass der Status des Hundes nicht unbedingt auf die Vererbung von HD schließen lässt. Selbst bei Verpaarungen mit HD-freien Tieren wird HD beobachtet. Auch die Einbeziehung der Vorfahren bringt offenbar nicht den gewünschten Erfolg. Große Hoffnung wird seit einiger Zeit in die Zuchtwertschätzung gesetzt. Sie soll mit statistischen Methoden die Wahrscheinlichkeit einer Vererbung bei einzelnen Hunden voraussagen. Dabei werden in komplexen Formeln sehr viele Daten des Hundes einbezogen. Dazu gehören auch die Auswertungen möglichst vieler Vorfahren und Nachkommen. Die Zuchtwertschätzung stellt also theoretisch eine deutliche Verbesserung dar. Sie steht und fällt allerdings durch ihre Genauigkeit. Die erhobenen Daten müssen stimmen und die Formel korrekt abgebildet sein. Die Genauigkeit steigt zudem mit der zur Verfügung stehenden Datenmenge. Verbesserung ist eigentlich nur durch einen Gentest vorstellbar. Lange Zeit war das aber ein unerreichbares Ziel. Vor allem der unterstellte komplexe polygene Erbgang mit sehr vielen beteiligten Genen ließen den Wunsch unerreichbar erscheinen. Nun ist der Tierärztlichen Hochschule nach eigenen Aussagen ein Durchbruch gelungen. Prof. Dr. Ottmar Distl und seine Mitarbeiterinnen Dr. Kathrin Friederike Stock und Dr. Yvonne Marschall haben im Genom Stellen gesucht, die einen Einfluss auf die Entwicklung der HD haben. Die Forscher gehen inzwischen davon aus, dass die HD hauptsächlich von der genetischen Disposition abhängt. Außerdem machten sie einzelne Gene mit hohem Einfluss auf die HD und Gene mit geringerer Auswirkung aus. Der entwickelte Gentest liefert für jeden Hund eine Wahrscheinlichkeit, die für die Auswahl und Verpaarung von Zuchthunden herangezogen werden kann. Damit kann, laut Prof. Distl die HD weit besser züchterisch bekämpft werden. Sie wird seiner Meinung die bisherigen Methoden ablösen. Auch für den Weißen Schweizer Schäferhund würde ein Test sehr hilfreich sein. Dafür muss aber zunächst die Anwendbarkeit auf unsere Rasse überprüft werden. Die Tierärztliche Hochschule Hannover benötigt dafür Blutproben, HD-Ergebnisse und möglichst eine Kopie der Ahnentafel von möglichst vielen Hunden. Es ist dabei egal, ob die Hunde in der Zucht sind. Auch Hunde ohne Papiere können an der Studie teilnehmen. Voraussetzung ist nur eine HD-Auswertung durch den Hohenheimer Kreis. Wir bitten Sie, uns bei der Bekämpfung der HD zu helfen. Dafür brauchen Sie nur eine Blutprobe mit dem HD-Ergebnis (und möglichst eine Kopie der Ahnentafel) an die Hochschule zu schicken. Ein entsprechendes Formular finden Sie in dem Kasten rechts. Sie würden der Rasse damit sehr helfen. |
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